Als das Stutfohlen wenige
Tage alt war, kam ein bekannter Arzt aus Albstadt mit seiner Schwester, die
Künstlerin war und malte und modellierte, auf den Hof. Sie suchte eine Vorlage für Ihre
künstlerische Arbeit, und er begleitete sie. Beide waren begeistert von der
Schönheit und Anmut dieses Fohlens. „Und da wollen die Menschen die Schöpfung
noch verbessern,“ entfuhr es ihm, als er dieses Eselchen froh auf der Wiese
herumspringend, beobachtete. Es war Frühjahr und die Bäume hatten gerade ihr
sanftes grün hervorgebracht. „Wir suchen für sie noch einen Namen,“ entgegnete
meine Frau, nach einer Pause, die nach einem solch denkwürdigen Satz angemessen
schien. „Apfelblüte“, hauchte er. „Ja, nennt sie doch Apfelblüte. Für ein solch
zartes und bezauberndes Geschöpf ist das doch ein trefflicher Name“.
Apfelblüte wuchs zu einer
stolzen Eselin heran und fand ihr neues Zuhause im Elsass. Dort hat sie nun
selbst ein wunderschönes Junges geboren.